Was die Kastration bei Katze und Hund kostet
Jede Tierarztpraxis rechnet nach der Gebührenordnung für Tierärzte ab, kurz GOT. Diese Preisliste nennt für die Kastration je Tierart und Geschlecht einen eigenen Grundpreis. Die Praxis darf das Einfache bis Dreifache davon verlangen, und auf der Rechnung kommen 19 Prozent Umsatzsteuer dazu.
Am wenigsten kostet die Kastration eines Katers mit 30,32 Euro im einfachen Satz. Für einen Rüden stehen 70,60 Euro in der Preisliste. Am teuersten ist die Kastration einer Hündin mit Gebärmutter. Sie kostet im einfachen Satz 192,00 Euro und im dreifachen Satz mit Steuer 685,44 Euro.
| Eingriff | Nummer auf der Rechnung | einfacher Satz | dreifacher Satz | dreifacher Satz mit Steuer |
|---|---|---|---|---|
| Kastration Kater | 378 | 30,32 Euro | 90,96 Euro | 108,24 Euro |
| Kastration Rüde | 377 | 70,60 Euro | 211,80 Euro | 252,04 Euro |
| Kätzin, nur die Eierstöcke entfernen | 601 | 56,48 Euro | 169,44 Euro | 201,63 Euro |
| Kätzin, Eierstöcke und Gebärmutter entfernen | 605 | 89,00 Euro | 267,00 Euro | 317,73 Euro |
| Hündin, nur die Eierstöcke entfernen | 600 | 128,27 Euro | 384,81 Euro | 457,92 Euro |
| Hündin, Eierstöcke und Gebärmutter entfernen | 604 | 192,00 Euro | 576,00 Euro | 685,44 Euro |
Narkose, Untersuchung, Medikamente und Material berechnet die Praxis getrennt vom Eingriff.
Narkose und Untersuchung kommen zur Kastration dazu
Eine Kastration tut weh, deshalb muss Ihr Tier dafür betäubt werden. Das schreibt das Tierschutzgesetz vor, und betäuben darf nur eine Tierärztin oder ein Tierarzt. Die Narkose steht deshalb als eigene Zeile auf der Rechnung.
Eine Narkose per Spritze in die Vene kostet im einfachen Satz 31,47 Euro, eine Narkose mit Gas 61,57 Euro. Die Untersuchung vor dem Eingriff kostet 23,62 Euro und ein kleines Blutbild 20,80 Euro. Bleibt Ihr Hund über Nacht, kommen je Tag 19,08 Euro dazu, bei einer Katze 11,45 Euro.
| Leistung | Nummer auf der Rechnung | einfacher Satz | dreifacher Satz mit Steuer |
|---|---|---|---|
| Narkose per Spritze in die Vene | 330 | 31,47 Euro | 112,35 Euro |
| Narkose mit Gas | 337 | 61,57 Euro | 219,80 Euro |
| Untersuchung mit Beratung | 16 | 23,62 Euro | 84,32 Euro |
| Kleines Blutbild | 617 | 20,80 Euro | 74,26 Euro |
| Großes Blutbild | 618 | 23,52 Euro | 83,97 Euro |
| Aufenthalt in Praxis oder Klinik, Hund, je Tag | 83 | 19,08 Euro | 68,12 Euro |
| Aufenthalt in Praxis oder Klinik, Katze, je Tag | 84 | 11,45 Euro | 40,88 Euro |
Rechnet die Praxis den zweifachen Satz, kostet die Kastration einer Kätzin mit Gebärmutter samt Narkose mit Gas und Untersuchung 414,57 Euro mit Steuer. Bei einer Hündin sind es mit denselben Leistungen 659,71 Euro. Medikamente und Material kommen in beiden Fällen dazu.
Warum Hündin und Kätzin mehr kosten als Rüde und Kater
Bei Rüde und Kater entfernt die Tierärztin die Hoden. Bei Hündin und Kätzin liegen die Eierstöcke im Bauch, deshalb ist der Eingriff größer. Die Preisliste kennt dafür zwei Varianten: Die Praxis entfernt nur die Eierstöcke, oder sie entfernt zusätzlich die Gebärmutter.
Mit Gebärmutter kostet der Eingriff im einfachen Satz bei der Hündin 63,73 Euro mehr, bei der Kätzin 32,52 Euro mehr. Welche Variante Ihr Tier braucht, entscheidet die Tierärztin nach der Untersuchung. Mit den Nummern auf der Rechnung können Sie später nachsehen, welche Variante berechnet wurde.
Wann eine Kastration erlaubt und sinnvoll ist
Das Tierschutzgesetz verbietet es grundsätzlich, einem Tier Organe zu entnehmen. Eine Kastration ist trotzdem erlaubt, wenn sie verhindert, dass sich Tiere unkontrolliert vermehren. Erlaubt ist sie auch, damit Sie Ihr Tier weiter halten können, solange aus tierärztlicher Sicht nichts dagegen spricht. Den Eingriff darf nur eine Tierärztin oder ein Tierarzt vornehmen.
Bei Katzen mit Freigang hält die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz die Kastration für sinnvoll und wichtig. Bei Hunden rät sie dagegen zur Abwägung im Einzelfall, weil sich Nachwuchs bei Hunden meist auch ohne Operation verhindern lässt, etwa durch Aufsicht und Leine. Nach Beratung in der Praxis gibt es für Hunde auch Medikamente, die nur für eine begrenzte Zeit unfruchtbar machen.
Kastrationspflicht für Katzen mit Freigang
Eine Kastrationspflicht für alle Katzen gibt es in Deutschland nicht. Das Tierschutzgesetz erlaubt den Ländern aber, Gebiete festzulegen, in denen zu viele frei lebende Katzen leiden. Dort darf eine Verordnung den Freigang unkastrierter Katzen verbieten und Chip und Registrierung vorschreiben. Man nennt sie Katzenschutzverordnung.
Ein Beispiel ist Berlin. Dort darf eine unkastrierte Katze seit dem 9. Juni 2022 nicht mehr unbeaufsichtigt nach draußen. Eine kastrierte Katze mit Freigang muss gechipt und bei einer anerkannten Stelle registriert sein. Wie das geht, erklärt der Ratgeber zu Mikrochip und Registrierung.
Darf Ihre Katze unbeaufsichtigt nach draußen?
Gilt an Ihrem Wohnort eine Katzenschutzverordnung?
Dann schauen Sie in der Verordnung nach, was sie verlangt. In Berlin sind es Kastration, Chip und Registrierung.
Dann besteht keine Pflicht. Für eine Katze mit Freigang ist die Kastration aus Sicht des Tierschutzes trotzdem sinnvoll.
Für eine reine Wohnungskatze gilt keine Kastrationspflicht. Ob eine Kastration sinnvoll ist, besprechen Sie mit Ihrer Praxis.
Ob an Ihrem Wohnort eine Katzenschutzverordnung gilt, erfahren Sie beim Ordnungsamt oder beim Veterinäramt Ihres Kreises.
Günstiger kastrieren über den Tierschutzverein
Weniger als den einfachen Satz darf eine Praxis nur im begründeten Einzelfall verlangen. Das muss sie vor dem Eingriff mit Ihnen vereinbaren und in Textform festhalten. Einen pauschalen Rabatt auf Kastrationen darf sie deshalb nicht anbieten.
Eine Ausnahme gilt für frei lebende Katzen, also Katzen, die niemandem gehören. Fängt ein anerkannter gemeinnütziger Tierschutzverein eine solche Katze zum Kastrieren ein und lässt sie danach wieder frei, darf die Praxis weniger berechnen. Das gilt auch für alle Leistungen, die zu diesem Eingriff dazugehören.
Taucht bei Ihnen eine scheue, herrenlose Katze auf, fragen Sie deshalb beim örtlichen Tierschutzverein nach einer Kastrationsaktion. Bringen Sie die Katze selbst in die Praxis, gilt für Sie der normale Preis.
Was Sie vor dem Kastrationstermin klären
Eine Kastration lässt sich planen. Anders als im Notfall haben Sie Zeit, die Kosten vorher zu klären und die Rechnung später nachzuprüfen.
- Fragen Sie nach den geplanten Leistungen und ihren Nummern, also nach Eingriff, Narkose und Untersuchung.
- Fragen Sie, mit welchem Satz die Praxis rechnet. Bei einer Hündin mit Gebärmutter liegen zwischen einfachem und dreifachem Satz 192,00 und 576,00 Euro ohne Steuer.
- Klären Sie, ob vorher Blut untersucht wird. Ein kleines Blutbild kostet im einfachen Satz 20,80 Euro.
- Fragen Sie, ob Ihr Tier über Nacht bleibt, und lassen Sie sich die Nachsorge erklären. Dazu gehört, wann Sie wiederkommen und wen Sie nachts erreichen.
- Vergleichen Sie die Rechnung danach Zeile für Zeile mit der Preisliste der GOT.
Häufige Fragen
Was kostet die Kastration einer Katze beim Tierarzt?
Die Kastration einer Kätzin kostet beim Tierarzt 67,21 bis 201,63 Euro mit Steuer, wenn nur die Eierstöcke entfernt werden. Mit Gebärmutter sind es 105,91 bis 317,73 Euro. Die Kastration eines Katers kostet 36,08 bis 108,24 Euro. Narkose, Untersuchung und Medikamente kommen jeweils dazu.
Was kostet die Kastration eines Rüden?
Die Kastration eines Rüden kostet beim Tierarzt 84,01 bis 252,04 Euro mit Steuer. Dazu kommen die Narkose, mit Gas zum Beispiel 73,27 bis 219,80 Euro, und die Untersuchung. Medikamente und Material berechnet die Praxis extra.
Darf ein Tierarzt die Kastration billiger anbieten?
Nein, einen pauschalen Rabatt auf die Kastration darf eine Tierarztpraxis nicht geben. Weniger als den einfachen Satz darf sie nur im begründeten Einzelfall und nach einer Vereinbarung in Textform verlangen. Eine Ausnahme gilt für frei lebende Katzen, die ein anerkannter Tierschutzverein bringt.
Muss ich meine Freigängerkatze kastrieren lassen?
Eine Kastrationspflicht für Freigängerkatzen gilt nur dort, wo eine Katzenschutzverordnung sie anordnet. In Berlin gilt sie zum Beispiel seit dem 9. Juni 2022 in der ganzen Stadt. Ob es an Ihrem Wohnort eine solche Regel gibt, sagt Ihnen das Ordnungsamt oder das Veterinäramt.
Wird ein Hund für die Kastration in Narkose gelegt?
Ja, ein Hund wird für die Kastration immer betäubt. Das Tierschutzgesetz verbietet schmerzhafte Eingriffe ohne Betäubung, und betäuben darf nur eine Tierärztin oder ein Tierarzt. Die Narkose steht deshalb als eigene Zeile auf der Rechnung.
Was ist der Unterschied zwischen Kastration und Sterilisation?
Bei der Kastration entfernt die Tierärztin die Hoden oder die Eierstöcke. Bei der Sterilisation durchtrennt sie nur die Samenleiter oder Eileiter, die Hormone bleiben erhalten. In beiden Fällen kann Ihr Tier keinen Nachwuchs mehr bekommen.
