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Wurmkur beim Hund und bei der Katze, wie oft?

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Ein Hund mit normalem Risiko braucht mindestens viermal im Jahr eine Wurmkur oder eine Kotuntersuchung. Bei geringem Risiko reichen ein bis zwei, bei hohem Risiko werden bis zu zwölf im Jahr empfohlen. Katzen mit Freigang brauchen ebenfalls mindestens vier, reine Wohnungskatzen ein bis zwei. Den genauen Plan legt Ihre Praxis nach dem Risiko Ihres Tieres fest.

Entwurmung bei Hunden mit normalem Risiko
mindestens 4-mal im Jahr
ESCCAP Deutschland, Wie oft sollte man Hunde entwurmen oder untersuchen lassen, Stand Juli 2026, Stand 1. Juli 2026
Entwurmung bei reinen Wohnungskatzen
1- bis 2-mal im Jahr
ESCCAP Deutschland, Wie oft sollte man Katzen entwurmen oder untersuchen lassen, Stand März 2026, Stand 1. März 2026
Hund liegt auf dem Rasen und wird mit einem feinen Kamm gekämmt
Mit einem feinen Kamm sucht eine Halterin das Fell ihres Hundes nach Zecken und Flöhen ab. Bild: KI generiert.

Wie oft Ihr Hund eine Wurmkur braucht

Jeder Hund kann sich mit Würmern anstecken, zum Beispiel wenn er am Kot anderer Hunde schnüffelt, sich in Aas wälzt oder Mäuse frisst. Wie oft er entwurmt werden sollte, empfiehlt in Deutschland der europäische Fachverband für Parasiten bei Hund und Katze. Er richtet die Häufigkeit nach dem Risiko Ihres Hundes und nicht nach einer festen Zahl.

Bei geringem Risiko reichen ein bis zwei Wurmkuren oder Kotuntersuchungen im Jahr, bei hohem Risiko können es bis zu zwölf sein. In diesen Fällen ist das Risiko höher:

  • Ihr Hund läuft regelmäßig ohne Aufsicht frei und frisst dabei Mäuse, Schnecken oder Aas. Dann empfiehlt der Fachverband eine monatliche Behandlung gegen Bandwürmer.
  • Ihr Hund lebt eng mit Babys, Kleinkindern oder Menschen mit geschwächter Abwehr zusammen. Dann kommt eine monatliche Behandlung gegen Spulwürmer dazu, weil deren Eier auch Menschen anstecken können.
  • Sie füttern rohes Fleisch oder Innereien. Wurde das Fleisch nicht 10 Minuten lang bei 65 Grad im Kern erhitzt oder eine Woche lang tiefgefroren, sollte Ihr Hund alle 4 Wochen gegen Bandwürmer behandelt werden.
  • Ihr Hund hatte Flöhe. Dann sollte er auch gegen Bandwürmer behandelt werden, weil Flöhe sie übertragen.
  • Sie reisen mit Ihrem Hund ins Ausland, vor allem in den Süden. Lassen Sie sich vorher in der Praxis beraten, etwa zum Schutz vor Herzwürmern.

Eine Wurmkur wirkt nur etwa 1 bis 3 Tage. Sie tötet die Würmer, die gerade im Darm sind, schützt aber nicht vor einer neuen Ansteckung. Es geht deshalb nicht darum, dass Ihr Hund immer wurmfrei ist. Die regelmäßige Wurmkur stoppt einen Befall, bevor er schadet, und hält die Zahl ansteckender Eier im Kot klein. Gut planen lässt sich das bei der jährlichen Vorsorgeuntersuchung.

Wie oft Ihre Katze eine Wurmkur braucht

Eine Katze mit Freigang sollte mindestens viermal im Jahr entwurmt oder auf Würmer untersucht werden. Frisst sie regelmäßig Mäuse oder Aas, empfiehlt der Fachverband eine monatliche Behandlung gegen Bandwürmer.

Auch eine reine Wohnungskatze kann Würmer haben. In einer Untersuchung der Tierärztlichen Hochschule Hannover hatten 20 Prozent der Wohnungskatzen Spulwürmer. Die Eier gelangen vermutlich an Schuhen oder Taschen in die Wohnung. Deshalb sollte auch eine Wohnungskatze ein- bis zweimal im Jahr entwurmt oder untersucht werden.

Kommt Ihre Katze während des Urlaubs in eine Tierpension, empfiehlt der Fachverband zwei Wurmkuren. Die erste ist höchstens 2 Wochen vor dem Aufenthalt fällig, die zweite 2 Wochen danach.

Welpen ab der 2. Lebenswoche entwurmen

Welpen stecken sich besonders leicht mit Spulwürmern an. Ist die Mutter befallen, sind es nach Angaben des Fachverbands in etwa 98 Prozent der Fälle auch ihre Welpen, schon im Mutterleib oder später über die Milch. Hundewelpen werden deshalb ab 2 Wochen behandelt, Katzenwelpen ab 3 Wochen.

Wann Welpen gegen Spulwürmer behandelt werden, nach den Empfehlungen des europäischen Fachverbands für Parasiten bei Hund und Katze.
TierErste BehandlungDanach
Hundewelpemit 2 Wochenalle 2 Wochen bis 2 Wochen nach der letzten Muttermilch
Katzenwelpemit 3 Wochenalle 2 Wochen bis 2 Wochen nach der letzten Muttermilch
Säugende Mutterzusammen mit der ersten Behandlung ihrer Jungennach Plan der Praxis

Eine trächtige Hündin kann die Praxis um den 50. Tag der Trächtigkeit gegen Spulwürmer behandeln, damit sich die Welpen nicht schon im Mutterleib anstecken. Fragen Sie beim Kauf eines Welpen, wann er zuletzt entwurmt wurde.

Kotuntersuchung statt Wurmkur, was sie zeigt

Statt einer Wurmkur kann die Praxis auch den Kot Ihres Tieres auf Wurmeier untersuchen. Welcher Weg passt, entscheidet sie nach dem Risiko Ihres Tieres.

Ein Befund ohne Wurmeier heißt aber nicht sicher, dass Ihr Tier wurmfrei ist. Würmer scheiden ihre Eier nicht jeden Tag aus, junge Würmer noch gar keine, und Bandwurmeier sind im Kot ungleich verteilt. Sammeln Sie deshalb Kot von mehreren Tagen hintereinander. Für Spulwürmer gibt es inzwischen auch einen Test auf Bestandteile der Würmer im Kot, der sicherer ist als die Suche nach Eiern.

Untersucht die Praxis die Kotprobe selbst unter dem Mikroskop, kostet das im einfachen Satz 10,26 Euro, mit einem aufwendigeren Verfahren 20,54 Euro. Schickt sie die Probe an ein Labor, berechnet sie für die Vorbereitung 10,26 Euro, und die Kosten des Labors kommen dazu. Gibt die Praxis Ihrem Tier die Wurmkur selbst, kostet das 4,13 Euro und das Medikament.

Leistungen rund um Wurmkur, Kotprobe und Zecken nach der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT). Medikamente kommen dazu. Die rechte Spalte enthält 19 Prozent Umsatzsteuer.
LeistungNummer auf der Rechnungeinfacher Satzdreifacher Satz mit Steuer
Probe unter dem Mikroskop untersuchen, einfach14810,26 Euro36,63 Euro
Probe unter dem Mikroskop untersuchen, mit Anreicherung15020,54 Euro73,33 Euro
Probe für den Versand ans Labor vorbereiten14410,26 Euro36,63 Euro
Medikament eingeben2104,13 Euro14,74 Euro
Rezept ohne Beratung903,07 Euro10,96 Euro
Zecke entfernen4048,10 Euro28,92 Euro

Zecken beim Hund das ganze Jahr abwehren

Zecken können Hunden gefährliche Krankheiten übertragen, etwa Babesiose, Anaplasmose oder Borreliose. Der Stich selbst ist meist harmlos. Ein Hund, der regelmäßig draußen ist, sollte deshalb das ganze Jahr ein Zeckenschutzmittel bekommen, das für Hunde zugelassen ist. In milden Wintern sind Zecken inzwischen in jedem Monat unterwegs.

Suchen Sie Ihren Hund zusätzlich nach jedem Spaziergang ab, vor allem an Kopf, Ohren, Hals, Achseln und Leiste. Allein reicht das nicht, weil festgesaugte Zecken oft erst nach Tagen gefunden werden.

  1. Entfernen Sie eine Zecke sofort, am besten mit einer Zeckenzange.
  2. Ziehen Sie sie nicht mit den bloßen Fingern heraus, weil Sie die Zecke dabei quetschen können.
  3. Geben Sie kein Öl, keinen Alkohol und keinen Kleber auf die Zecke.
  4. Schaffen Sie es nicht selbst, entfernt die Praxis die Zecke. Das kostet im einfachen Satz 8,10 Euro.

Auch Katzen, die oft draußen sind, brauchen das ganze Jahr einen Zeckenschutz. Er muss für Katzen zugelassen sein.

Flöhe am Tier und in der Wohnung bekämpfen

Flöhe sind in Deutschland das ganze Jahr aktiv, im Herbst und Winter vor allem in geheizten Wohnungen. Auf Ihrem Tier leben nur die erwachsenen Flöhe. Ihre Eier fallen dort herunter, wo Ihr Tier oft liegt, und daraus entwickeln sich neue Flöhe.

Behandeln Sie deshalb Ihr Tier und seine Umgebung gleichzeitig. Saugen Sie Teppiche, Polster, Schlafplatz und Decken täglich gründlich ab oder waschen Sie die Decken bei mindestens 60 Grad. Das Mittel für Ihr Tier wiederholen Sie so oft, wie es vorschreibt, je nach Mittel alle 4 Wochen oder erst nach bis zu 8 Monaten.

Weil Flöhe Bandwürmer übertragen, sollte Ihr Tier nach einem Flohbefall auch gegen Bandwürmer behandelt oder untersucht werden.

Warum es manche Mittel nur beim Tierarzt gibt

Ist ein Mittel gegen Würmer, Zecken oder Flöhe verschreibungspflichtig, bekommen Sie es nur von Ihrer Tierarztpraxis oder mit einem Rezept in der Apotheke. Ein Rezept darf die Praxis erst ausstellen, wenn sie Ihr Tier untersucht oder seinen Gesundheitszustand auf andere passende Weise geprüft hat. Welches Mittel passt und wie viel davon, richtet sich unter anderem nach dem Gewicht Ihres Tieres.

Ein Wirkstoff gegen Bandwürmer, den Apotheken früher ohne Rezept für Hunde und Katzen abgeben durften, ist zum Beispiel seit dem 1. März 2018 verschreibungspflichtig. Manche Mittel gegen Flöhe gibt es dagegen ohne Rezept in Apotheke und Fachhandel.

Ein Rezept ohne Beratung kostet im einfachen Satz 3,07 Euro. Seit 2026 dürfen Apotheken in Deutschland mit einer Erlaubnis der Behörde auch verschreibungspflichtige Mittel für Hund und Katze verschicken, wenn Sie ein Rezept haben. Mehr dazu steht im Ratgeber zu Medikamenten, Rezept und Apotheke.

Häufige Fragen

Wie oft sollte man einen Hund entwurmen?

Ein Hund mit normalem Risiko sollte mindestens viermal im Jahr entwurmt oder auf Würmer untersucht werden. Bei geringem Risiko reichen ein bis zwei Termine, bei hohem Risiko werden bis zu zwölf im Jahr empfohlen. Den Plan legt Ihre Praxis nach Auslauf, Futter und Familie fest.

Muss eine Wohnungskatze entwurmt werden?

Ja, auch eine Wohnungskatze sollte ein- bis zweimal im Jahr entwurmt oder untersucht werden. In einer Untersuchung der Tierärztlichen Hochschule Hannover hatten 20 Prozent der Wohnungskatzen Spulwürmer. Die Eier gelangen vermutlich an Schuhen oder Taschen in die Wohnung.

Reicht eine Kotprobe statt einer Wurmkur beim Hund?

Eine Kotprobe kann eine Wurmkur beim Hund ersetzen, wenn die Praxis das nach dem Risiko für passend hält. Ein Befund ohne Wurmeier beweist aber nicht, dass Ihr Hund wurmfrei ist. Sammeln Sie deshalb Kot von mehreren Tagen hintereinander.

Darf ich meiner Katze das Zeckenmittel vom Hund geben?

Nein, geben Sie Ihrer Katze nie ein Zeckenmittel für Hunde. Manche dieser Mittel sind für Katzen sehr giftig. Verwenden Sie nur Mittel, die für Katzen zugelassen sind.

Warum bekomme ich manche Wurmkuren nur beim Tierarzt?

Manche Wurmkuren gibt es nur beim Tierarzt oder mit Rezept, weil sie verschreibungspflichtig sind. Ein Rezept darf die Praxis erst ausstellen, wenn sie Ihr Tier untersucht oder seinen Gesundheitszustand anders passend geprüft hat. Mit dem Rezept bekommen Sie das Mittel auch in der Apotheke.

Quellen und Methodik

Quellen und Lizenzen

  1. Wie oft sollte man Hunde entwurmen oder untersuchen lassen?, Stand Juli 2026, ESCCAP Deutschland e.V.,
  2. Wie oft sollte man Katzen entwurmen oder untersuchen lassen?, Stand März 2026, ESCCAP Deutschland e.V.,
  3. Zecken beim Hund, Stand Juli 2026, ESCCAP Deutschland e.V.,
  4. Zecken bei der Katze, Stand Juli 2026, ESCCAP Deutschland e.V.,
  5. Flöhe bei Hunden, Stand Februar 2026, ESCCAP Deutschland e.V.,
  6. Flöhe bei Katzen, Stand Februar 2026, ESCCAP Deutschland e.V.,
  7. Anlage zur Tierärztegebührenordnung, Gebührenverzeichnis für tierärztliche Leistungen (Nummern 90, 144, 148, 150, 210, 404), Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de),
  8. Verordnung (EU) 2019/6 über Tierarzneimittel, Artikel 105 Absatz 3 (Verschreibung erst nach Prüfung des Gesundheitszustands), Amt für Veröffentlichungen der Europäischen Union (EUR-Lex),
  9. Tierarzneimittelgesetz, § 44a Versand verschreibungspflichtiger Tierarzneimittel (in Kraft seit 1. Januar 2026, BGBl. 2025 I Nr. 356), Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de),
  10. Tierarzneimittel: Abgabe und Versand (Abgabe verschreibungspflichtiger Tierarzneimittel nur auf tierärztliche Verschreibung), erschienen am 30. Dezember 2025, Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat,
  11. Entwurmung bei Hund und Katze wird verschreibungspflichtig (Wegfall der Ausnahme von der Verschreibungspflicht zum 1. März 2018), PTAheute, Deutscher Apotheker Verlag,

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Stand dieser Angaben: 3. Oktober 2026.